Stillzeit
Welche Verhütungsmethode ist auch
unschädliche fürs Baby?

Es ist ein Mythos, dass während der Stillzeit keinesfalls eine Schwangerschaft eintreten kann. Natürlich bietet das in dieser Zeit gebildete Hormon Prolaktin einen gewissen Empfängnisschutz. Es verhindert den Eisprung mit recht großer Wahrscheinlichkeit – allerdings nur, wenn das Baby voll gestillt wird und recht kurze Intervalle (wenige Stunden) zwischen den Trinkmahlzeiten liegen.

Dennoch können sich junge Mütter nicht auf eine durchs Stillen bedingte Unfruchtbarkeit verlassen; für Verhütung muss gesorgt werden. Bei der Wahl der Methode sollte man sichergehen, dass diese auch ungefährlich für den Säugling ist. Die Muttermilch sollte sich natürlich nicht mit Substanzen in schädlicher Menge anreichern.

Zur Verhütung in dieser Zeit sind diverse natürliche Methoden (u.a. die Temperaturmethode) nicht empfehlenswert, da es noch keinen stabilen Zyklus gibt. Ebenfalls ungeeignet sind chemische Barrieremethoden (z.B. Schaumzäpfchen). Sie können so kurz nach der Geburt zu Reizungen im Genitalbereich führen.

Empfohlen werden u.a. Kondom, Spirale oder auch Diaphragma (in Kombination mit einem Diaphragma-Gel, das keinen Einfluss auf die Muttermilch hat). Bis die beiden Letzteren korrekt (und verlässlich!) im Körper sitzen können, vergehen nach der Geburt einige Wochen bis Monate. Die Gebärmutter muss sich erst zurückbilden.

Auch bestimmte hormonelle Verhütungsmittel sind eine Option während der Stillzeit – wenn sie keinen Einfluss auf die Milchbildung oder auf die Entwicklung des Säuglings nehmen. Zu den Hormonmethoden, die niedrig dosiert sind und während der Stillzeit eingesetzt werden können, zählen reine Gestagen-Pillen (Minipille, östrogenfreie Pille), Hormonspirale, Dreimonatsstäbchen und Verhütungsstäbchen.

Auf Präparate mit Östrogen (z.B. „klassische“ Kombinationspille, Verhütungspflaster, Verhütungsring) sollte in der Stillzeit aus Sicherheitsgründen verzichtet werden.

Als hormonfreie, sanfte und sichere Verhütungsmethode hat sich auch der IUB™-Kupferperlenball bewährt. Er kann auch bereits in der Stillzeit zum Einsatz kommen. Da der IUB™-Kupferperlenball eine langfristige, komfortable Methode über 5 Jahre ist, kommt er als Verhütungsmittel nur für Frauen in Frage, die über diese Zeit keinen weiteren Kinderwunsch haben.

Ihr Gynäkologe berät Sie gerne bei der Wahl des richtigen Verhütungsmittels in dieser spannenden Lebensphase.

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