Phytoöstrogene
Grüne Hormone in der Nahrung

Beim Gedanken an „Hormone im Essen“ mag man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und an Tierzüchter denken, die zwecks Leistungssteigerung ihre Kühe, Schweine und Hühner fleißig mit Medikamenten füttern. Doch abgesehen davon sind hormonähnliche Pflanzensubstanzen in einer Reihe von Lebensmitteln ganz normal – und sogar gesund.

Besonders für Frauen in den Wechseljahren wurden „grüne Hormone“, die dem menschlichen Östrogen gleichen, in letzter Zeit interessant. Auch wenn die Wissenschaft noch längst nicht alle Rätsel um die Pflanzenstoffe gelöst hat, erhärten sich immer mehr Hinweise auf ihre positive, gesundheitsfördernde Wirkung.

Wie bitte? Auch Pflanzen produzieren Hormone?

Viele Pflanzen produzieren Stoffe, die in Struktur und Wirkung den menschlichen Hormonen gleichen. Deswegen werden diese Substanzen auch „Phytohormone“ genannt. Besonders große Mengen dieser Phytohormone kommen in Soja vor, aber auch in Rotklee, Yamswurzel und Hopfen.

Wie wirken die „grünen Hormone“?

Pflanzenhormone sehen ihren „echten“ Vorbildern sehr ähnlich. Deswegen können Phytoöstrogene – analog den menschlichen Originalsubstanzen – etwa in Brustdrüsen- und Gebärmuttergewebe, in Blutgefäßen und Knochen an bestimmten Bindungsstellen „andocken“. Ihre Wirkung ist erheblich schwächer als jene der körpereigenen Hormone, aber durchaus spürbar. So kann etwa der regelmäßige Konsum von Sojamilch den Menstruationszyklus um einige Tage verlängern.

Es gibt drei Gruppen von Phytoöstrogenen:

  • Isoflavone (z.B. in Soja, Sojaprodukten, Kichererbsen)
  • Lignane (z.B. in Leinsamen, Vollkorn)
  • Coumestane (z.B. in Erbsen, Bohnen, Alfalfa-Sprossen)
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