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Von Fröschen, Cola und einer mutigen Frau:
eine kurze Geschichte der Verhütung.

Der Wunsch nach Verhütung ist so alt wie die Menschheit selbst. Vermutlich versuchten Frauen schon in der Steinzeit, sich vor ungewollten Schwangerschaften zu schützen – zum Beispiel mit Tampons aus Pflanzenmaterial. Vielleicht wurde damals auch das älteste Kondom der Welt erfunden. Zumindest zeigen Felsmalereien aus dieser Zeit einen Mann mit einer mysteriösen „Hülle“ um den Penis.

Etwas raffinierter gingen da schon die Frauen im Alten Ä̈gypten vor. Sie benutzten Scheidenzäpfchen aus Granatapfelkernen, Akazienknospen oder Krokodildung.

Die „alten” Germaninnen formten kleine Scheibchen aus Bienenwachs, die in die Scheide eingeführt wurden und die Gebärmutter vor eindringenden Spermien abschirmten.

Auch mit dem Coitus interruptus („unterbrochener Geschlechtsverkehr“) haben die Menschen über Jahrtausende versucht, Schwangerschaften zu verhindern. Dabei zieht der Mann den Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide – keine verlässliche Methode.

Im Mittelalter wurde Frauen empfohlen, giftige Kräuter zu essen, heftig zu niesen und zu hüpfen oder einem Frosch dreimal ins Maul zu spucken. Viele dieser altertümlichen Methoden waren nicht nur gefährlich, sondern genauso wirkungslos wie Amulette, magische Sprüche oder bestimmte Stellungen beim Sex.

Der erste Kondom-Shop eröffnete um 1750 in London. Die „Verhüterlis” waren aus Tierdärmen, sie wurden immer wieder ausgewaschen und mehrmals verwendet! Sie sollten nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten schützen. Die Geliebten von Casanova führten angeblich eine Zitronenhälfte in die Scheide ein.

Vor ungefähr 200 Jahren kam es in Mode, dass Frauen nach dem Sex ihre Scheide mit verschiedenen Lösungen (z.B. Essigwasser) spülten, um die Samenflüssigkeit auszuwaschen. Kaum vorstellbar, doch bis heute hält sich mancherorts der Aberglaube, dass eine Scheidenspülung mit Cola verhütende Wirkung hat.

Um 1880 wurden die ersten Kondome aus Gummi in Deutschland verkauft – sie waren wesentlich sicherer und natürlich viel angenehmer als die Vorläufermodelle aus Fischblasen, Seide oder Leder.

Dann begannen Wissenschaftler, den Zyklus der Frau zu erforschen. Sie fanden beispielsweise heraus, dass die Monatsblutung von Hormonen gesteuert wird und zu welchem Zeitpunkt Frauen schwanger werden können.

Diese Erkenntnisse waren höchst wichtig für Margaret Sanger. Die amerikanische Krankenschwester hatte selbst miterlebt, wie viel Leid Frauen durchmachen mussten, wenn sie ungewollt schwanger wurden. Vor hundert Jahren waren zehn Kinder pro Familie keine Seltenheit.

Deswegen hatte Margaret Sanger einen Traum. Sie wünschte sich ein sicheres Verhütungsmedikament für Frauen. Man sollte es so einfach schlucken können wie eine Aspirin-Tablette. Sie beauftragte, unterstützt von einer wohlhabenden Freundin, im Jahr 1951 ein Forscherteam.

Die Wissenschaftler entwickelten ein Medikament, das künstliche Hormone enthielt. Diese Substanzen sollten die Fruchtbarkeit von Frauen unterdrücken: Das war die Geburtsstunde der Antibabypille. Die ersten Präparate kamen in Deutschland vor 50 Jahren auf den Markt. Heute nehmen weltweit Millionen Frauen die Pille zur Empfängnisverhütung.

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